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Der historische Ablauf

Seit unendlichen Zeiten sprudelt Wasser aus den Vöslauer-Thermen im Maital. Dadurch bildete sich ein von Schilf umsäumter Teich, aus dem auch der „Hirnbach“ gespeist wurde, der zwei Mühlen trieb.

Die „Luckenmühle“, die am Beginn des Maitals stand, dort wo sich später die erste Abfüllstation des Mineralwassers befand, und die „Sägemühle“, die heute mitten auf dem Badeplatz stehen würde.


Die heilende Wirkung des Wassers der Vöslauer Thermen wurde nicht von heute auf morgen entdeckt, sondern ist der Tatsache zu verdanken, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Baden im Abfluss der warmen Quellen schon geregelt war.

Die „gemeinen Leut“ durften dies jeden Samstag Abend zu „Reinigung des Körpers“ tun. Als bei manchen die „Übel und Schaden“ an den Füßen geheilt wurden, badeten dann auch „distinguierte Personen“ im Thermalwasser.

 

1816 kaufte Graf Moritz Fries I. das Areal im Maital. Er ließ den sumpfigen Teich befestigen und ein Badehaus mit einem Vollbad und sechs Zimmer mit kupfernen Badewannen errichten.

1822 wurde die „Fries’sche Badeanstalt“ eröffnet und gleichzeitig die erste Badeordnung bekannt gegeben.

1825 wurden die Thermalquellen von Dr. Malfatti, dem Leibarzt Beethovens, neu gefasst.


Der Aufschwung Vöslaus zu einem beliebten, viel besuchten Kurort machte einen weiteren Ausbau des Bades notwendig. Der Konkurrenzkampf mit der benachbarten Kurstadt Baden führte im Jahr 1868 zu einem umfangreichen Ausbau. Ein Unternehmen, das in Moritz II. Grafen Fries einen ebenso kunstsinnigen wie großzügigen Förderer fand.

Bis 1873 wurden die Badeanlagen nach den Plänen des berühmten Architekten Theophil Hansen erweitert und neu gestaltet. 1888 ging das Bad in den Besitz der Gemeinde Vöslau über. August Graf Fries hatte es zusammen mit anderen Liegenschaften um 450.000 Gulden verkauft.

Das großteils aus Holz gebaute Bad wies nach dem 1. Weltkrieg so viele Schäden auf, dass man sich dazu entschloss, den Neubau der Anlage auszuschreiben. Der Architekt des Wiener Dianabades, Peter Paul Brang, sollte das Vorhaben verwirklichen, er verstarb jedoch.

Wilhelm Lukesch, der auch den Badener Herzoghof baute, führte den Bau weiter – und schuf einen philhellenistischen Prachtbau. Das Freskogemälde in der Kolonade schuf Prof. Max Roth, über den Kassen kann man ein Gemälde des akademischen Malers Hans Lukesch betrachten. Alle Skulpturen sind das Werk der beiden Bildhauer Eugen Roth und Joseph Langer.


Am 26. Juli 1926 eröffnete der amtierende Bundespräsident Dr. Michael Hainisch die Neuanlage des unteren Teiches. Im selben Jahr wurde im Badener Helenental innerhalb von 9 Monaten das Strandbad angelegt.

Das bewirkte, dass der Vöslauer Architekt Dr. Louis Breyer vom Gemeinderat damit beauftragt wurde, den oberen Teil des Vöslauer Bades, der vom Neubau 1925 bis 1926 zunächst unberührt blieb, ebenfalls als „Thermal-Parkstrandbad“ umfangreicher auszuführen und den Marienpark mit einzubeziehen.